Stuhlanalyse

Stuhlanalyse

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Warum eine Stuhlanalyse???

Bei vielen Erkrankungen bemerkt man immer mehr, dass die Ursache im Darm liegt.

Der Darm hat eine Vielzahl an Aufgaben:

o Hauptaufgabe die Nahrung zu verdauen
o Nahrung in Energie umzuwandeln
o Hormone und Botenstoffe produzieren
o Abwehr von Krankheitserregern
o Aufnahme und Abgabe von Wasser

Der Darm ist wie ein „zweites Gehirn“, da Zelltypen und Rezeptoren exakt identisch sind und genau deshalb ist nur ein gesunder Darm eine entscheidende Voraussetzung für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden.

Es macht Sinn die Ursache zu erforschen, um herauszufinden, welche Erkrankung liegt vor und mit welcher Behandlungsmethode kann geholfen werden.
Denn zwischen Darmreinigung und Darmsanierung gibt es einen
Unterschied.

Darmsanierung:

Hier werden dem Darm Bakterien zu geführt,
welche in verschiedenen Situationen besonders sinnvoll sind,
insbesondere dann, wenn Anzeichen einer gestörten Darmflora vorliegen.
Wenn das Gleichgewicht dieser Bakterien gestört wurde –
zum Beispiel nach der Einnahme von bestimmten Medikamenten wie Antibiotika. Auch bei Entzündungen im Darm oder
einem Darmpilz wird eine solche Kur vorgenommen.
Eine Darmsanierung wird meist mit dem Ziel durchgeführt, 
ein natürliches Gleichgewicht der Darmflora wiederherzustellen
und den Körper beim Aufbau von Leistungsfähigkeit und
Widerstandsfähigkeit zu unterstützen.

Darmreinigung:

Sie hat kurzfristig das Ziel,
den gesamten Darm gründlich zu entleeren,
von alten Stuhlresten zu befreien
und zu entgiften.

Evtl. Nahrungsumstellung, Entgiftung der Leber, Schleimhautaufbau, Supplementierung von Vitaminen etc. können weitere
Maßnahmen zur Darmbehandlung sein und wird individuell nach der Stuhlanalyse besprochen.

Was stresst den Darm?

Ärger und Angst, Streit und Sorgen aktivieren das zentrale Nervensystem. 
Die freigesetzten Stresshormone wiederum aktivieren die Nervenzellen in der Darmwand.

Das wirkt sich auf die Verdauungsprozesse im Darm aus und ebenso können Entzündungen, gestörte Darmflora durch falsche oder fehlende Besiedlung von Darmbakterien, Infektionen, auch Medikamente wie Antibiotika den Darm stressen und krankmachen.

Besonders tierische Fette, kurzkettige Kohlenhydrate und Alkohol sind Lebensmittel, die man seinen Darm zu Liebe meiden oder einschränken sollte! 

Typische Beschwerden wie beispielsweise Durchfall, Verstopfung, Blähungen oder Unwohlsein sind die Folge.

Welche Beschwerden und Krankheitsbilder sind zu bemerken?

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die im Darm entstehen und eine große Auswirkung auf unseren Körper, Organe, Gewebe und Zellen haben.

"Alltagsbegleiter"

Unwohlsein / Kopf- und Gliederschmerzen
Magenkrämpfe / 
Erschöpfung / Müdigkeit 
Schlafstörungen / Abgeschlagenheit

Akut

Bauchschmerzen (brennen, krampfend, Druckgefühl) 
Durchfall / Erbrechen / Übelkeit

Chronisch

Blähungen / Völlegefühl / Verstopfung

 

– Appendizitis („Blinddarmentzündung“) Morbus Crohn Colitis ulcerosa Divertikel/Divertikulitis
– Dickdarmpolypen Entzündungen des Darmes Darmverschluss Reizdarmsyndrom
– Durchblutungsstörungen des Darmes Zwölffingerdarmgeschwür Leaky gut
– Hämorrhoiden Obstipation (Verstopfung) Diarrhoe (Durchfall) Darmkrebs
– Zöliakie Laktoseintoleranz Resorptionsstörung
– Malassimilationssyndrom (Mangelhafte Aufspaltung und Aufnahme von Nährstoffen)

Das IMD Labor Berlin bietet hierzu verschiedene Profile an.
Welches für Sie geeignet ist, wird nach der Anamnese, Untersuchung, Beratung und Aufklärung der Laborkosten besprochen.

In den Profilen sind verschiedene Parameter enthalten:

PH Wert:

Hat die Aufgabe, dass sich schlechte, krankmachende Bakterien wie beispielsweise Clostridien nicht übermäßig vermehren können.
Der im Stuhl-Test messbare Darm PH-Wert sollte im leicht sauren Bereich, zwischen 5,5 und maximal 6,5 sein.
Milchsäure – sauer macht gesund. Unsere Darmbakterien lieben es sauer. Für eine ausreichend saure Darmflora werden sehr viele Milchsäurebakterien benötigt und die tummeln sich in Joghurt, Sauerkraut und eingelegtem Gemüse, das deshalb zu den sogenannten probiotischen Lebensmitteln zählt.
Durch ihre Milchsäureproduktion senken Laktobakterien den pH-Wert im Darm – dies begünstigt bestimmte Enzymaktivitäten und kann Krankheitserreger hemmen. Ist der pH-Wert im Darm zu basisch, das heißt, der pH-Wert liegt zu hoch, dann kann dies ein Hinweis auf ein Ungleichgewicht der Darmflora sein.
Symptome bei gestörter Darmflora beispielsweise Durchfall, Verstopfungen, Blähungen, Bauchschmerzen, Krämpfe oder Übelkeit.

Dysbiose:

Die Besiedelung des Darms mit nützlichen Bakterien ist krankhaft gestört. Die Art der Bakterien und ihre Anzahl haben sich verändert. Symptome sind: Blähungen und Blähbauch.

Histamin:

Über eine regelmäßige Bestimmung von Histamin im Stuhl lässt sich auch der Erfolg einer Eliminationsdiät sicher beurteilen. Eine gleichzeitige Bestimmung von DAO-Aktivität und Histamin im Stuhl erlaubt wichtige differential- diagnostische Hinweise in der Unterscheidung von Histaminintoleranz und Nahrungsmittelallergie.

Im Magen steigert Histamin die Magensäureproduktion. Auch die Muskelzellen in der Wand des Magen-Darm-Traktes werden durch Histamin stärker aktiviert.
Deshalb sind Bauchschmerzen oder Krämpfe, Durchfall und Blähungen häufige Histaminintoleranz-Symptome im Verdauungstrakt.

Entzündungsmarker

Calprotectin:

Gibt einen wichtigen Hinweis darauf, dass im Darm eine krankhaft bedingte Ansammlung von weißen Blutkörperchen (v. a. neutrophile Granulozyten) zu vermuten ist, was bei entzündlichen Darmerkrankungen der Fall ist.

Es wirkt antimikrobiell und immunmodulatorisch. Bei Entzündungen des Darms gelangt Calprotectin mit den neutrophile Granulozyten in den Stuhl und kann hier in erhöhten Mengen nachgewiesen werden. Die Calprotectin-Konzentration in der Stuhlprobe ist direkt proportional zur Entzündungsaktivität.

Erhöhte Calprotectin-Werte fanden sich auch bei Morbus Still, sowohl der juvenilen wie auch der erwachsenen Form; der Psoriasisarthritis, Spondyloarthritis, beim systemischen Lupus erythematodes, dem Sjögren-Syndrom oder etwa ANCA-assoziierten Vaskulitiden.

Lactoferrin:

Entfaltet im Darm eine verdauungsfördernde Wirkung. Es hat eine signifikante regulierende Wirkung auf unser Immunsystem. Es wirkt entzündungshemmend und stimuliert das Immunsystem gegen Infektionen.

Erhöhte Lactoferrin-Werte im Stuhl treten bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, bei infektiösen Gastroenteritiden und beim kolorektalen Karzinom auf. Bei funktionellen Störungen, wie dem Reizdarmsyndrom, liegen die Werte für Lactoferrin im Normbereich.

EPX:

Eosinophiles Protein X (EPX), Klinische Indikationen: Allergien, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Eines der vier größten Proteine, welche in den Granula menschlicher eosinophiler Leukozyten (Granulozyten) gefunden werden. Es spielt eine Schlüsselrolle im allergischen Entzündungsprozess. EPX wird als Parameter im Stuhl verwendet, um Entzündungen und atopische Ekzeme durch den Nachweis von Allergien und/oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die Messung des Aktivitätsniveaus der vorhandenen Entzündung und die Prüfung der Wirksamkeit einer Eliminationsdiät nachzuweisen. Die Erfahrung zeigt, dass EPX auch auf parasitäre Infektionen reagiert.

Marker für die Verdauungsleistung

Verdauungsrückstände:

Die Messung von Verdauungsrückständen, also unverdauter Fette, Eiweiße und Zucker kann einen Hinweis auf das Vorliegen von Fehlfunktionen der Fett-, Protein- und Kohlehydratverdauung geben. Grund dafür kann z.B. eine exokrine Pankreasinsuffizienz sein.

Fettverdauungsstörung (Malassimilation). Steatorrhoe ist durch einen voluminösen, lehmfarbenen, schaumigen Stuhl mit penetrantem Geruch gekennzeichnet. Häufige Begleitsymptome sind Blähungen, Völlegefühl, Neigung zu Durchfällen sowie Bauchschmerzen.

Eine zu hohe Proteinzufuhr kann zu Verstopfung führen, da dein Körper mehr Wasser benötigt, um das Protein abzubauen und auszuscheiden. Dies kann zu einer Dehydrierung des Darms führen und die Verdauung verlangsamen, was die Verstopfung verursacht.

Weitere Symptome einer Protein-Überversorgung können Bauchschmerzen, Verstopfung, Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen sein.

Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen können durch eine gestörte Verwertung von Zuckern verursacht werden. Zu diesen sogenannten Kohlenhydratmalabsorptionssyndromen zählt zum Beispiel die Laktoseintoleranz.

Eine erhöhte Zuckerausscheidung kann auf eine Kohlenhydratintoleranz hinweisen. Für die Kohlenhydratverdauung sind neben diversen Vitaminen (B-Vitamine), auch Enzyme wie Amylase und Lactase wichtig.

Pankreaselastase:

Die Elastase (auch Pankreaselastase) ist ein pankreasspezifisches Enzym. Das bedeutet, dass sie ausschließlich in der Bauchspeicheldrüse hergestellt wird, und zwar in den sogenannten Azinuszellen. Die Bauchspeicheldrüse gibt die Pankreaselastase als inaktiviertes Enzym in den Dünndarm ab.

Die menschliche pankreatische Elastase 1 übersteht die Darmpassage unbeschadet und ist im Stuhl als Protein quantitativ nachzuweisen. Damit liefert die Bestimmung der Pankreas-Elastase im Stuhl zuverlässige Hinweise auf eine chronische Pankreatitis oder Prankreasinsuffizienz.

Klassischerweise treten bei Mangel eines Verdauungsenzyms Darmprobleme auf. Die Folge sind typische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Durchfall oder Blähungen nach dem Essen.

Weitere Symptome können sein: Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust, Fettstuhl (Steatorrhö)

Gallensäure:

Unterstützung der Verdauung, indem sie die Aufnahme von Cholesterin, Fetten und fettlöslichen Vitaminen aus dem Darm erleichtert. Durch Gallensäuren Verlust kann es zu einer gestörten Resorption von Fetten und demzufolge auch der fettlöslichen Vitamine kommen.

Marker der Immunabwehr

slgA:

Die Bestimmung der sIgA-Konzentration im Stuhl lässt Rückschlüsse auf den Funktionszustand des darmassoziierten Immunsystems zu, indem die Sekretions-leistung sowie der Stimulationsgrad der Plasmazellen in der Submukosa des Intestinums erfasst wird. Während ein sIgA-Mangel auf eine verminderte Aktivität der immunologischen Abwehr der Darmschleimhaut deutet, weisen erhöhte sIgA-Werte auf eine verstärkte Aktivität des Darm-Abwehrsystems hin. Aufgrund der stark anti-inflammatorischen Eigenschaften von IgA geben erhöhte sIgA-Werte im Stuhl Hinweise auf eine mögliche lokale Entzündungsreaktion in der Darmschleimhaut.

Bestimmung von sIgA im Stuhl:
• Nachweis einer gestörten immunologischen Barriere an der Darmschleimhaut
(erhöhte Infektanfälligkeit, allergische Erkrankung)
• Lokale Entzündung der Darmschleimhaut
• Autoimmunerkrankungen

Das sekretorische IgA (sIgA) bietet entscheidenden Schutz gegen Krankheitserreger und Toxine und kann Bakterien direkt binden und damit ihre Ausscheidung fördern. 

ß-DEFENSIN:

Eine wichtige Komponente der angeborenen Immunantwort sind antimikrobielle Peptide, die gegen verschiedene Infektionserreger wirksam sind. Zu diesen Molekülen gehört ß-Defensin 2, das in verschiedenen Epithelien, so auch im Darmepithel, gebildet wird. Die Expression von ß-Defensin 2 wird durch Bakterien, Parasiten und Enterotoxine, sowie durch einige proentzündliche Zytokine induziert. Es gibt Hinweise darauf, dass die Kombination der Marker Calprotectin und ß-Defensin 2 die Diagnostik chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen in Abgrenzung zum Reizdarm-Syndrom verbessern kann.

Marker für die Integrität (Zuverlässigkeit) der Darmschleimhaut

Zonulin:

Kommt sehr viel Zonulin im Darm vor, ist das ein Hinweis darauf, dass viele der Tight Junctions (Membranen zweier benachbarter Zellen) durchlässig geworden sind und unerwünschte Stoffe (zu viele Krankheitserreger und Giftstoffe) die Darmbarriere durchdringen. Deswegen wird der Zonulin-Wert häufig herangezogen, um die Durchlässigkeit des Darms zu überprüfen. Kann einen Hinweis auf das Leaky gut Syndrom zeigen.

Alpha 1 Antitrypsin:

Alpha 1-Antitrypsin ist ein unspezifischer Proteaseinhibitor und dient der Regulation von Entzündungsreaktionen. Die Produktion erfolgt v. a. in der Leber sowie in geringerem Maße in mononukleären Zellen. Erhöhte Werte im Stuhl sind meist auf passive enterale Verluste des Serum-Alpha 1-Antitrypsins zurückzuführen, die durch eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Leaky-Gut-Syndrom) hervorgerufen werden. Damit kann über die Bestimmung von Alpha 1-Antitrypsin im Stuhl nichtinvasiv der Zustand der Darmschleimhautbarriere kontrolliert werden.

Erhöhte Mengen von α1-Antitrypsin weisen auf eine Entzündung im Verdauungstrakt hin. Entzündungen der Darmschleimhaut führen zu einer vermehrten Produktion von α1-Antitrypsin in den Epithelzellen, das über den Stuhl ausgeschieden wird.

Ein verstärkter Übertritt von Serum-Proteinen einschließlich α1-Antitrypsin in das Innere des Darms wird ebenfalls mit einer Entzündung der Schleimhaut des Dünndarms und einer dadurch bedingten Störung der Darmbarriere in Verbindung gebracht (Leaky Gut Syndrom).

Symptome: Atemnot, Husten, Hepatitis, chronischer Bronchitis oder Lungenemphysem 

Kurzkettige Fettsäuren:

Kurzkettige Fettsäuren (SCFA) wie Acetat, Butyrat und Propionat werden von bestimmten Darmbakterien gebildet und spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung der Barrierefunktion des Darms und der Abwehr.

Erhöhte Werte im Stuhl zeigen an, dass diese Rückresorption gestört ist oder zu viele Gallensäuren von der Leber produziert werden. Das kann Diarrhoe und Schleimhautreizungen zur Folge haben. Eine Malabsorption von Gallensäuren wurde bei 30 % der Patienten mit Reizdarmsyndrom-Diarrhoe diagnostiziert. Bei einem Mangel an Gallensäuren im Dünndarm, sei es durch eine Gallensäuremalabsorption oder eine zu geringe Bildung bzw. Ausschüttung in den Darm, kann es zu einer Beeinträchtigung der Fettverdauung kommen. Dabei werden auch fettlösliche Vitamine weniger gut resorbiert.